Sonntag, 24. Mai 2015

Feldenkrais - oder dem Glücklichen schlägt keine Stunde

Letztens - in dem Fall vor ein paar Wochen - einen E-Mail Austausch über die Dauer von Feldenkraisunterricht im 1-1 Modus gehabt. In einem Workshop wurde anscheinend die Frage gestellt, was man dagegen tun kann, dass man sich nach einer Stunde sehr müde fühlt. Die Antwort der Trainerin war in etwa: Hm, eine Stunde ist ganz schön lang - versuch es mal mit 20 Minuten. Das fand die Fragestellerin sehr kurz und im Austausch mit anderen FeldenkraislehrerInnen fand man das auch zu kurz.
Bisher ist meine Meinung dazu wieder einmal: "es kommt drauf an". Ich habe bis jetzt die Erfahrung gemacht, das die günstigste Länge einer persönlichen Feldenkraiseinheit, bei ausgeruhtem Feldenkraisleherer, vom Klienten abhängt. Wenn viele Abläufe "eleganter" gestaltet werden könnten, dann scheint es eher so zu sein, dass es schon nach 15 Minuten "vorbei" sein kann. Es reicht dann einfach. Wenn ich dann weiter mache, wird es eher nix, bzw. Klienten klagen dann über Muskelkater oder ähnliches am nächsten Tag. Vielleicht ist das so, als wenn man vom Äquivalent einer Couchpotato das äquivalenteTrainingsprogramm eines Olympiasportlers verlangen würde.
Wobei ich häufiger Stundeneinheiten gebe, als Minuteneinheiten - vielleicht wird ja auch gerne (durchaus auch von mir) übersehen, dass Pausen im Feldenkrais unerlässlich sind, damit das Gehirn die Neuinformationen verarbeiten und dafür Pfade bahnen kann.

Obendrein kommt es mir auch so vor, als ob die "Müdigkeit" die dann bei mir entsteht auch eine Art emphatische Reaktion auf die Lage des Klienten ist - aber das ist eine Wiewunderlandia-Theorie und noch nicht einmal eine Arbeitshypothese.

Zu dem Thema fällt mir noch ein, dass ich bei dem Workshop in Japan lernen musste, das ich noch immer zu schnell bin, und nicht genau genug bei einem Thema bleibe. Und wenn das aber klappt, die Wirkung eher umwerfend ist. Persönliche Erfahrung: ich hatte ein fast unbewegliches Becken aufgrund von Rückenschmerzen, als ich da auf dem Boden lag und nach der bezeichnenden FI bei der die Langsamkeit entdeckt wurde, konnte ich wieder einen passablen Hüftschwung mein eigen nennen*. Tres cool, das Ganze.

Hinweis: bitte beachten: ich schreibe über persönliche Erfahrungen und Meinungen, dies sind keine medizinischen Hinweise - wer Probleme hat spricht bitte als erstes mit Onkel oder Tante Doc!

*: Nein, ich schreibe doch keine Bandwurmsätze, wie kann den eine/R auf die Idee kommen, ist ja einfach unverantwortlich SOWAS von mir zu denken, unglaublich, undsoweiter! ;-)

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