Sonntag, 17. Mai 2015

Schrei-b für´s Glück

Laut gerade nicht mehr zitierbarer Studien (weil ich vergessen hab, wo ich´s her hab, ich meine aus einer Zeitschrift wie GEO oder Psychologie heute, oder so was) wird die Emotion verstärkt, der man nachgibt. Also wenn ich sauer bin und das mal so richtig raus lasse, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich das wieder so mache und es auf Dauer ein "gefestigter Pfad" im Gehirn wird. So nach dem Motto:"So haben wir das hier schon immer gemacht, also geht´s auch so weiter."

Diverse mitgemachte Erfahrungen in meinem Umfeld bringen mich zu dem Schluss, dass es durchaus für mehr Ruhe sorgen kann, bzw. gut für die eigene Karriere ist, wenn man seine Meinung sagt. Im ersten Fall (der Ruhe) schleichen die Leute um einen herum, weil am Empfangsende einer Wutsendung zu sein, macht keinen Spaß, also vermeidet man das lieber. Im zweiten Fall wird man dafür bewundert, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und Dinge durchsetzten zu können. Allerdings sollte man beachten, dies als Werkzeug einzusetzen und nicht als unbewussten Dauermodus zu fahren, weil Freunde, bzw. Mitstreiter zu finden dann schwer sein könnte.

So, das als psychologischer Zwischendialog.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte war folgendes Buch: Der Weg des Künstlers von Julia Cameron. Dieses schöne Buch fand den Weg als Geschenk zu mir und ich bin ziemlich dankbar dafür.
Es handelt sich um eine Anleitung (12-Wochen-Programm) wie man die eigene Kreativität (oder vielleicht auch die eigene inner Stimme) wiedererwecken kann. Für den Fall, dass z.B. Kunstlehrer ab der Grundschule wegen dem herrschenden Notensystem nur an den eigenen Werken rumgenörgelt haben und man kontinuierlich eine 4 oder so für seine Werke bekam, oder andere Gründe die Kreativität verschüttet haben.

Jetzt habe ich das Buch zwar gelesen, allerdings nur ein paar Techniken angewendet. Nur finde ich diese Techniken alleine schon so wirkungsvoll, das ich das Buch eigentlich allen ans Herz legen würde, die gerade Stress haben oder sich sonstwie "ausgetrocknet"/"verloren" oder so vorkommen. Für mich ist die "rettende Technik" das Schreiben von Morgenseiten. Julia Cameron beschreibt, dass man Morgends nach dem Aufstehen (spätestens nach dem Frühstück) 3 Seiten am Stück schreiben soll.
Egal was man aufschreibt. Und sei es: Ich hab nix zu schreiben. Das Leben ist doof. Keiner mag mich.
Und dann soll man die Seiten ungelesen zur Seite legen (aber aufbewahren).
Die Autorin warnt davor, dass erstmal ganz schön viel Driss - also Unschönes- zu Tage kommen kann, man aber trotzdem weiter machen soll.
Da ich persönlich mich schon seit der Schulzeit mit dem Thema Niederlage-und-wieder-Aufstehen beschäftige, sorgen die Seiten bei mir eher für gute Laune. Ich hab das über 4 Monate gemacht, und jedesmal habe ich entweder auch gute Ideen, Handlungsweisen oder einfach eine bessere Laune nach dem Schreiben mitgenommen. Im Buch geht es eigentlich nach der 10 Woche oder so thematisch anders mit den Morgenseiten weiter, zur Zeit drücke ich mich da noch drumherum...ähem - wie war das mit dem nur Mensch sein?.
Trotzdem kann ich das Buch und die Techniken nur empfehlen - was kann besser sein, als eine Technik, bei der zuverlässig eine Erleichterung bzw. gute Laune nach dem Schreiben auftritt, bzw. mit der man Probleme knacken kann?! Gut zugegeben, man sollte freundlich mit sich sein, wenn erstmal drei Seiten lang nur "man bin ich schlecht drauf" rauskommt - es geht ja nach dem Tal wieder bergauf, nichtwahr?

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